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Schnupftabak

Die Entdeckung des Tabaks fällt mit der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 zusammen. Vom Tabak und dessen berauschender Wirkung berichtete 1496 erstmals der spanische Mönch Romano Pane, ein Begleiter von Christoph Columbus, der ihn auf seiner zweiten Reise mit dem Auftrag die Gegebenheiten zu erforschen auf der Insel Haiti zurückließ. Wer dann die erste Tabakpflanze von Amerika nach Europa brachte ist umstritten. Es könnte Fernandez Cortes, Francis Drake oder Francisco Hernandez gewesen sein. Allgemein wird angenommen, dass der spanische Arzt Francisco Hernandez de Toledo um 1558 Tabak nach Spanien brachte nachdem er dem Auftrag Phillips II. folgend die Erzeugnisse des neuentdeckten Landes untersuchte. Von Tabaksamen in Europa wird allerdings auch schon früher berichtet. Fernando Cortez brachte sie 1518 auf Ersuchen von Mönch Romano Pane nach Spanien.

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Arzt Jean Nicot 1561

Erwiesen ist, dass dieses neuentdeckte Gewächs durch Jean Nicot bald als medizinisches Mittel begeisterte Anhänger fand. Der Arzt Jean Nicot, ein französischer Gesandter in Lissabon bemühte sich die heilsame Wirkung des Tabaks zu ergründen und bekannt zu machen. Sein Name lebt weiter in der Bezeichnung des in der Pflanze enthaltenen

Alkaloids Nicotin und im botanischen Namen der Tabakpflanze „Nicotiana“. Nicot brachte 1561 Tabaksamen und -blätter an den Hof von Katharina von Medici. Sie wendete die gepulverten Tabakblätter bei ihrem Sohn anum durch das Schnupfen des Pulvers dessen Kopfschmerzen zu lindern.

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Nachdem der Hof der Medici den Anfang gemacht hatte, erfreute sich der Schnupftabak auch beim französischen Adel, später auch beim gemeinen Volk Frankreichsund schließlich in ganz Europa größter Beliebtheit. Franz II. führte hier den Schnupftabak ein. Zeitgleich mit der Verbreitung des Schnupftabaks in Frankreich entstand in Sevillia in Spanien eine Schnupftabakfabrik in der die damals sehr beliebten Sorten „Sevillia“ und „Spaniol“ hergestellt und bald nach ganz Europa geliefert wurden.

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Gegen diesen neuartigen Trend wurden aber bald auch kritische Stimmen laut, so entließ Jakob I. von England Edelleute vom Hofe, die in seiner Gegenwart schnupften. Papst Urban VII. erließ 1642 eine Bulle gegen das Schnupfen, die erst 1724 wieder aufgehoben wurde. Die kritischen Stimmen wurden allerdings von den Anhängern des modernen Heilmittels übertönt. Besonders in Frankreich und Italien, wo der Schnupftabakmarkt im 18. Jahrhundert florierte wie kaum ein anderer, verhaften die Fabriken ihren Besitzern zu großem Reichtum und gesellschaftlichem Ansehen.

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Reiche Herrschaften besaßen Schnupftabakdosen aus Gold, Silber oder mit kostbaren Einlagen. Sinzing
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Auch an den Schnupftabakbehältern der damaligen Zeit lässt sich der hohe Stellenwert des Schnupftabaks ablesen. Reiche Herrschaften besaßen Schnupftabakdosen aus Gold, Silber oder mit kostbaren Einlagen.

Diese luxuriöse Ausstattung er Dosen begründet sich der Tatsache, dass die „Kunst des Schnupfens“ unter den Adligen zum guten Ton gehörte. Schmiede, Maler und Bildhauer widmeten sich der Herstellung solcher Tabakdosen. Ebenfalls beliebt waren Tabakdosen aus Dresdner- und Sevres-Porzellan, die mit Portraits und Phantasiedarstellungen verziert wurden. Bis 1830 waren die Dosen zumeist rund, dann kam die ovale Form mit Scharnierdeckel auf.

Um 1845 waren die Formen dann schon so zahlreich wie unterschiedlich. Die einfachste deutschen Tabakdose wurde aus Pappmache gefertigt, eine andere aus Birkenholz gearbeitet hat ihren Ursprung in Straßburg. Auch die Glasbläsereien im Bayrischen Wald waren für Ihre farbenfrohen handgeblasenen Tabakfläschchen berühmt.

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Die Schnupftabakproduktion und der Verkauf
von Schnupftabak wurde im Mai 2024 eingestellt.

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